Gut und wichtig zu wissen

Der Unterschied zwischen Panikattacken und Herzrasen
Der Unterschied zwischen Depression und Fatigue
Panikattacke vs. Herzrasen (Tachykardien)

Es ist wichtig zu wissen wie man eine Panikattacke von Herzrasen unterscheidet.

Eine Panikattacke ist, wie der Name schon sagt, ein heftiges, kurzes Ereignis. Das Herz rast, die Atmung wird schnell, Druckgefühl auf der Brust, die Hände schwitzen, mancher bekommt von jetzt auf gleich Durchfall. Für euch jetzt wichtig: Panikattacken dauern, ohne dass man was daran macht, nur Sekunden bis Minuten. Sie lassen sich durch starke Außenreize schon vor dem selbstständigen Abklingen unterbrechen (Teelöffel Wasabi oder Tabasco in den Mund, Kopf unter eiskaltes Wasser etc.). Oder für die Profis, lassen sie sich relativ schnell wegmeditieren.

Bei Herzrasen (Tachykardiephasen) unter Long Covid funktioniert das nach meinen Selbstversuchen nicht. Es dauert bis zu Stunden, bis es von alleine abklingt. Zwar bekommt man bei den Tachykardien durch Long Covid gerade anfangs vielleicht auch ein Panikgefühl im Kopf, weil es einfach beängstigend ist, wenn der Körper so durchdreht. Bei einer Panikattacke kommt das Angstgefühl aber kurz VOR dem Herzrasen und Co.

Depression vs. Fatigue

Hier ist das Abgrenzen etwas schwieriger, weil eine Depression unter entzündlichen Erkrankungen ein sinnvoller Mechanismus ist, Depression selbst unter anderem durch Entzündungen bedingt sind und bei schweren depressiven Episoden auch oft eine Fatigue eintritt und umgekehrt. Dennoch gibt es einige wichtige Unterschiede.

Bei einer Depression, ist vor allem der Kopf müde. Der Körper könnte noch, aber man hat keine Motivation sich zu bewegen, zu kommunizieren, Haushalt zu machen, zu duschen etc. Man will ins Bett und schlafen, um nix von der Welt mitzubekommen. Manche Menschen fühlen sich in Depressionen emotional taub, man kann in lustigen Situationen immer noch lachen, aber das Gefühl bleibt nicht da. Nix macht nachhaltig Spaß. Möglicherweise kreisen die Gedanken negativ (da hilft auch Wasabi und Co.), man ist vielleicht fast dauerhaft wütend oder traurig.
Fatigue hingegen ist eine Müdigkeit, die man im Körper fühlt. Der Kopf will noch, man hat Antrieb, man ist motiviert, aber es geht einfach nicht, weil der Körper keine Energie hat. Man will zwar auch ins Bett, aber hier nicht die Decke über den Kopf ziehen um die Welt auszublenden, sondern einfach nur den Körper ausruhen lassen.

Wichtig zu wissen:
  • eine Depression wird durch Bewegung und Aktivität besser. Die Fatigue wird dadurch schlimmer.
  • Depressive haben morgens/vormittags weniger Energie als nachmittags. Bei Fatigue ist es anders herum.

Genau das ist das, was man beim Arzt deutlich beschreiben sollte – wenn man das denn wirklich so empfindet – damit der es unterscheiden kann.

Es ist leider am Ende nicht unwahrscheinlich schon allein durch die Pandemiesituation und die Belastung durch Long Covid zusätzlich, eine Angststörung zu bekommen oder depressiv zu werden und aus eigener Erfahrung und Gesprächen mit anderen depressiven weiß ich, dass man eine beginnende Depression oft nicht wahrhaben will, schon allein weil es immer noch stigmatisiert wird. Depressionen sind aber, das sollte man nicht vergessen, eine schwere, potentiell tödliche und darum absolut behandlungsbedürftige Erkrankung und es ist umso schwerer, aus einer Depression wieder heraus zu kommen, je länger man drin steckt. Darum: seid aufmerksam, schiebt es nicht immer direkt weg.

Es ist nicht schlimm depressiv zu sein.
Es ist nur schlimm, nix dagegen zu tun.

Verfasserin: Lolle Navnløs – Long Covid Betroffene aus Deutschland

Wichtig zu wissen

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